Neulich habe ich mir tatsächlich nochmal Gedanken zum Thema Backup gemacht:
Backups a la TimeMachine sind zwar super, haben in meinem Setup jedoch den Nachteil, dass sie letztendlich (zumindest bei mir) alle in einem Gebäude lagern. Gefahren wie Diebstahl oder Hausbrand hätten somit üble Auswirkungen. Ich würde mich schon extrem ärgern, wenn viele Dokumente und vor allem meine ganzen Fotos auf einen Schlag weg wären.
Anforderungen
Es musste also ein weiteres Backup her. Was kommt da in Frage?
- Daten auf transportable Medien packen und an anderer Stelle lagern
- Datensicherung zu einem Online-Backup-Service
- Das Problem mit den Worten “Es wird schon nichts passieren” einfach ignorieren
Ich habe mich für Variante 2 entschieden und mir die Marktlage an gängigen Online-Backup-Diensten mit Mac-Client mal angesehen.
Mein Fokus lag dabei auf folgenden Dingen:
- fixer monatlicher Preis (ich möchte VIEL sichern)
- keine Beschränkung hinsichtlich der zu sichernden Files (oftmals können VM’s oder ISO’s nicht gesichert werden)
- sichere Datenübertragung
- Verschlüsselung der Daten mit einem eigenen Schlüssel
- gute Backupperformance auch über langsame Netze (inkrementell, komprimiert
- Plattformunabhängigkeit
Die Konkurrenten
Folgende Dienste habe ich mir angeschaut:
- Jungle Disk
- Mozy
- CrashPlan
- iDrive
- BackBlaze
- ElephantDrive
Folgende Dienste habe ich nicht betrachtet, weil sie zu sehr aus dem Rahmen fielen:
- Dropbox (bietet keine Backup-Mechanismen)
- SugarSync
- Syncplicity (hat nur einen Windows-Client)
Meine Entscheidung…
…ist letztendlich auf Crashplan gefallen. Ich hatte den Dienst vor Jahren schon einmal im Einsatz, als er noch in den Kinderschuhen steckte. Inzwischen scheint das Produkt ausgereift zu sein.
Ohne groß auf die ganzen Vor- und Nachteile der einzelnen Lösungen einzugehen, war Crashplan der einzige Dienst, der all meine Anforderungen erfüllt hat.
Es ist schon sehr erstaunlich, was einem von anderen Anbietern da so angeboten wird. Da wird dann z.B. mit total sicherer Verschlüsselung geworben, aber für ein Restore muss dann auf der Website das sichere Verschlüsselungspasswort eingegeben werden, damit auf dem Server ein unverschlüsseltes ZIP-File mit den Restore-Daten erzeugt werden kann. Dann kann ich mir die ganze Verschlüsselei auch gleich sparen.
Fast überall ist außerdem zu lesen, dass sämtliche Dateien gebackuped werden können. In der Praxis ist hiervon jedoch in aller Regel nichts zu sehen. Die Sicherung von .iso, .vmdk, .dmg oder ähnlichen Dateien wird fast überall unterbunden. Sowas kommt für mich nicht in Frage, da es unter Umständen tiefe Löcher ins Backup reißen kann.
Diese Sicherungspolitik ist natürlich verständlich, da große Dateien hohe Backupkosten verursachen und diese gerade bei den Flatrate-Hostern nicht gerne gesehen sind.
Crashplan hat übrigens noch viele weitere Features, die mir ganz gelegen kommen:
- Die Software ist prinzipiell kostenlos
- Ein unlimitierter Backupspace bei Crasplan (Crashplan Central) ist ab 3,47$ pro Monat zu haben
- Mit dem Family können alternativ ab 5$ pro Monat alle Rechner der Familie gesichert werden
- Es kann auf mehrere (auch eigene) Backupziele gesichert werden. Jeder Backupclient kann gleichzeitig Sicherungsziel sein. Es kann auch einfach in Ordner gesichert werden.
- Versionierung der Backups
- zusätzlich kostenpflichtiger Backupclient mit erweiterten Funktionen
Fazit
Aktuell befinde ich mich noch in der initialen Uploadphase, die durchaus – je nach zu sicherndem Volumen – einige Wochen dauern kann. Bisher funktioniert alles super. Auch abgebrochene Uploads werden schnell und sicher automatisch ohne Benutzerinteraktion fortgeführt. Test-Restores funktionieren einwandfrei.
Seine wirkliche Stärke wird Crashplan in dem hoffentlich nie eintretenden Komplett-Restore-Fall beweisen müssen.
Bis dahin vorerst einmal: Empfehlung! :-)